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Für einen Aufenthalt von mehr als 90 Tagen

Umzugskartons

Umzugskartons, © Colourbox

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Unter einem langfristigen Aufenthalt versteht man einen Aufenthalt von mehr als 90 innerhalb von 180 Tagen bzw. von mehr als 90 Tagen am Stück. Generell ist hierzu ein Visum erforderlich, wenn Sie nicht EU-Bürger sind.

1. Langfristiger Aufenthalt/Daueraufenthalt

Unter einem langfristigen Aufenthalt versteht man einen Aufenthalt von mehr als 90 innerhalb von 180 Tagen bzw. von mehr als 90 Tagen am Stück. Generell ist hierzu ein Visum erforderlich, wenn Sie nicht EU-Bürger/Bürgerin sind.

Wenn Sie sich weniger als 90 innerhalb von 180 Tagen in Deutschland aufhalten, dabei aber einer Erwerbstätigkeit nachgehen möchten, ist generell ebenfalls ein Visum erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf den Merkblättern zur Erwerbstätigkeit.

2. Ausnahmen von der Visumpflicht

Bitte beachten Sie, dass in allen nachfolgend genannten Ausnahmefällen innerhalb von 90 Tagen nach Einreise ein deutscher Aufenthaltstitel bei der zuständigen deutschen Ausländerbehörde beantragt werden muss. Lediglich die Einreise nach Deutschland kann ohne Visum erfolgen. Ohne deutschen Aufenthaltstitel darf keine Erwerbstätigkeit aufgenommen werden.

Folgende Personengruppen benötigen kein Visum zur Einreise für einen langfristigen Aufenthalt:

        2.1 Staatsangehörige von:

  • Australien
  • Israel
  • Japan
  • Kanada
  • Republik Korea (Südkorea)
  • Neuseeland
  • USA
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland

       2.2 Staatsangehörige folgender Staaten, wenn die Einreise nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit erfolgt: 

  • Andorra
  • Brasilien
  • Honduras
  • Monaco
  • San Marino

Wenn die Einreise hingegen zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit erfolgen soll, müssen Sie vor Einreise ein Visum zur Arbeitsaufnahme beantragen. 

2.3 Drittstaatsangehörige mit einer spanischen Aufenthaltserlaubnis gem. „régimen comunitario – familiar ciudadano de la Unión“ – Anwendung des Freizügigkeitsgesetzes/EU

 Inhaber einer gültigen spanischen Aufenthaltserlaubnis gem. „régimen comunitario – familiar ciudadano de la Unión“ können ohne Visum nach Deutschland einreisen, wenn der EU-Bürger/Bürgerin, auf den sich der Aufenthaltstitel bezieht (Ehegatte, Kind) sich bereits in Deutschland befindet oder die Einreise nach Deutschland gemeinsam erfolgt.

Drittstaatsangehörige Familienangehörige von Deutschen fallen nur dann in den Anwendungsbereich des Freizügigkeitsgesetzes/EU - benötigen also damit kein Visum vor der Einreise - wenn der/die deutsche Staatsangehörige mit ihnen nach Deutschland zurückkehrt, nachdem er/sie selbst in einem anderen EU-Mitgliedstaat Freizügigkeitsrechte nach dem EG-Vertrag wahrgenommen hat (sog. „Rückkehrfälle“).

Nach der deutschen Rechtsprechung muss der Gebrauch der Freizügigkeit eine gewisse Qualität und Nachhaltigkeit aufweisen, damit deutsche Staatsangehörige als Rückkehrer angesehen werden können. Ein Urlaub in einem EU-Mitgliedsstaat würde den Anforderungen eines „Rückkehrers“ nicht genügen, eine Wohnsitznahme im Rahmen des Studiums, der Erwerbstätigkeit o.ä. in einem EU-Mitgliedsstaat hingegen schon. In diesen Rückkehrfällen ist ein grenzüberschreitender Bezug gegeben, bei dem sich der/die Deutsche und seine Familienangehörigen in Deutschland in einer Situation befinden, die der Situation eines/einer Unionsbürger/-in gleicht, der von seinem Freizügigkeitsrecht in Deutschland Gebrauch macht. Dies gilt für eine dauerhafte Rückkehr (Wohnsitznahme im Bundesgebiet) ebenso wie für eine kurzfristige Rückkehr (Urlaub im Bundesgebiet).

Handelt es sich bei dem/der Unionsbürger/-in um einen Doppelstaater, der/die in einem Mitgliedstaat lebt, dessen/deren Staatsangehörigkeit er/sie besitzt, und hat er/sie bislang nie von seinem Freizügigkeitsrecht Gebrauch gemacht, so ist auf den Familiennachzug kein Freizügigkeitsrecht anwendbar. Zieht jedoch beispielsweise ein deutsch-spanische(r) Doppelstaater/-in, der bislang stets in Spanien wohnhaft gewesen ist, mit seinem/seiner drittstaatsangehörigen Ehepartner/-in nach Deutschland und macht damit von seinem/ihrem Freizügigkeitsrecht Gebrauch, so fällt er unter den Begriff des/der Berechtigten gem. Art. 3 Abs. 1 der Unionsbürgerrichtlinie, weshalb für den Familiennachzug Freizügigkeitsrecht anwendbar ist.

2.4 Drittstaatsangehörige mit einer spanischen Aufenthaltserlaubnis gem. „residencia larga duración UE“

Inhabende einer gültigen spanischen Aufenthaltserlaubnis gem. „residencia larga duración UE“ können ohne Visum nach Deutschland einreisen und den Aufenthaltstitel direkt bei der örtlich zuständigen Ausländerbehörde beantragen. Bitte beachten Sie, dass dies nicht für Inhabende einer spanischen Aufenthaltserlaubnis gem. „residencia larga duración“ (ohne den Zusatz „UE“) gilt. In diesem Fall muss ein Visum vor Einreise nach Deutschland beantragt werden.

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