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Kultur- und Bildungspolitik

26.04.2018 - Artikel

Stand: April 2018

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land und hält weltweit den zweiten Rang der UNESCO-Weltkulturerbestätten. Das spanische Kulturerbe spannt von steinzeitlichen Höhlenmalereien (weltberühmt sind die Höhlen von Altamira) über Zeugnisse der keltischen, phönizischen und römischen Epoche, dem islamischen Erbe im Mittelalter bis hin zu Kunstschätzen der Neuzeit. Spanien verfügt über eine reichhaltige und lebendige Kunst- und Kulturszene, sowohl in den Metropolen Madrid und Barcelona als auch zunehmend in den übrigen Regionen. Bereits dreimal wurden seit 1999 spanische Städte als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt, nämlich Santiago de Compostela  (2000), Salamanca (2002) und San Sebastián (2016).

Kunst und Kultur werden aus öffentlichen Haushalten, durch private Stiftungen und von Mäzenen gefördert. Die öffentliche Hand hat in den letzten Jahren die Höhe der Zuwendungen tendenziell reduziert. Viele wichtige Kunstzentren werden von privaten Stiftungen  betrieben (z.B. Caixa-Forum in Barcelona, Sevilla und Madrid, Ausstellungssäle der Versicherung MAPFRE, der Fundación March, und von Telefónica).

Etwa drei Prozent aller in Spanien aktiv Beschäftigten (ca. 545.000) entfallen auf den Kultursektor.

Bildende Künste

Besondere Förderung erfahren in Spanien die zahlreichen Festivals zu denen regelmäßig international renommierte Vertreter aus dem Ausland eingeladen werden (z.B. Internationales Filmfestival San Sebastián, Internationales Theaterfestival Almagro, Festival de Otoño a Primavera Madrid). Mit dem Prado, dem Museum für zeitgenössische Kunst „Centro de Arte Reina Sofía“ und der Museum Thyssen-Bornemisza verfügt Madrid über bedeutende Kunstbestände von Weltruf. Im Jahr 2017 zählten allein diese drei Museen zusammen 7,4 Millionen Besucher, das Guggenheim-Museum in Bilbao 1,3 Millionen. Bedeutende Kulturzentren und Museen gibt es neben Madrid auch in Barcelona, Valencia, Sevilla, Bilbao (Guggenheim-Museum), Málaga (Picasso-Museum, Ableger des Thyssen Museums und des Centre Pompidou). Das Museo Wolf Vostell in Malpartida de Cáceres und das Centro de Artes Visuales der Fundación Helga de Alvear in Cáceres zeigen regelmäßig auch zeitgenössische deutsche Kunst.

Bildungspolitik

Spanien hat ein relativ einheitliches Gesamtschulsystem. Es besteht eine 10-jährige Schulpflicht: zunächst sechs Jahre in der Primarstufe (Primaria), gefolgt von vier Jahren in der verpflichtenden Sekundarstufe 1 (Secundaria Obligatoria). Anschließend besteht die Möglichkeit, die allgemeine Hochschulreife (Bachillerato) oder einen Abschluss der beruflichen Erstausbildung zu erwerben, beides dauert jeweils zwei Jahre. In der Schulpolitik ist der Zentralstaat für die Rahmengesetzgebung zuständig, wichtige Kompetenzen in diesem Bereich sind seit dem Beginn der 1980er Jahre jedoch  auf die Autonomen Gemeinschaften  übertragen worden.

Nur knapp zwei Drittel der Schulen sind staatlich. Für den Großteil der Privatschulen ‒ den sogenannten „konzertierten“ Schulen ‒ übernimmt der Staat jedoch die Personal- und Infrastrukturkosten. Bei den in der PISA-Studie 2015 gemessenen Fähigkeiten der Schüler liegen diese in etwa im EU-Durchschnitt.

Die Bildungsausgaben in Spanien beliefen sich 2015 auf  insgesamt 4,1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Schulen werden der föderalen Struktur entsprechend ganz überwiegend von den Autonomen Regionen und Munizipien unterhalten. Seit 2017 konsultiert das spanische Parlament verschiedene Akteure der Bildungspolitik, um anschließend einen Vorschlag für einen „Nationalen Pakt für Bildung“ vorzulegen. Bis dahin wurden einige Teile des „Gesetzes zur Verbesserung der Qualität im Bildungssystem“ (LOMCE), dem gültigen gesamtstaatlichen Schulgesetzt aus 2013, ausgesetzt.

Das spanische Hochschulwesen verfügt über 84 Universitäten (davon 34 private Universitäten). An diesen sind ca. 1,5 Millionen Studenten eingeschrieben. Seit 2010 ist die Studiengangsreform nach dem Bologna-Modell in Spanien komplett umgesetzt. Anders als in den meisten anderen EU-Ländern wurde dabei der Bachelor (grado) auf vier Jahre, der Master auf ein Jahr festgesetzt. Die Studiengebühren sind im EU-Vergleich relativ hoch.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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